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Ostsee als Wasserspeicher? Brief an Landtagsabgeordnete

Forderung an das Land Brandenburg, Verzicht auf Wasserspeicherfunktion des Cottbuser Ostsees

An
die Abgeordneten
des Brandenburger Landtages

 

 


Der „Cottbuser Ostsee“ als Wasserspeicher?


Sehr geehrte/r Abgeordnete/r

Wir, die Bürgerinitiative „Achtung Ostsee“, wenden uns an Sie, um auf nachfolgende Problematik aufmerksam zu machen.

Derzeit läuft das Wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren zur Entstehung des Cottbuser Ostsees. Im Jahr 2015 wird die Braunkohlenförderung im Tagebau Cottbus/Nord beendet und es beginnen die Rekultivierungsmaßnahmen und die Schaffung der Vorrausetzungen für die Flutung des Tagebaus, zum Cottbuser Ostsee.

Die Flutung soll Ende 2018, Anfang 2019 beginnen.

In der Diskussion um den zukünftigen Cottbuser Ostsee an der wir aktiv beteiligt sind (siehe unsere Homepage www.achtung-ostsee.de), hat sich immer mehr der Sachverhalt der zukünftigen Nutzung des Sees als Wasserspeicher in den Vordergrund gespielt.
Wie sich heraus gestellt hat, ist dies eine Planung des Landes Brandenburg, speziell des Landesumweltamtes.

Wenn der Ostsee als Speicher genutzt werden soll, dann wird er eine maximale Wasserhöhe von 63,5 m NHM haben. Diese Wasserhöhe bringt für die nördlich anliegenden Orte gravierende Einschnitte in die Lebens- und Wohnqualität (Vernässungen, Grundwasseranstieg). Weiterhin steht dann der Wasserspiegel des Ostsees, 2m über dem nördlich angrenzenden Gelände, nur über eine Staulamelle gehalten. Der zukünftige See hat eine Größe von 19 Km² und ein Volumen von 123 Mio. m³.

Vattenfall hat in seinem Antrag für die Entstehung des Cottbuser Ostsees, ausdrücklich keine Speichernutzung beantragt und betont dies auch immer wieder öffentlich.
Im Planverfahren wird diese Entscheidung, mit Gutachten zur Abwägung verschiedener Abfluss-Modelle, untermauert.
Laut Aussage des Landesbergamtes Brandenburg, müsste für die Nutzung als Wasserspeicher eine Wasserausleitungskapazität von mindestens 3 m³/s existieren. Dies hat Vattenvall in seinem Gutachten (Antrag Planfeststellung) untersucht. Darin wird festgestellt, dass es nicht möglich ist, dies so zu realisieren.

Ein großer Faktor der dagegen spricht, ist das geringe Gefälle des Geländes bis zur Mündung in den Hammergraben. Die Landschaft, nördlich des zukünftigen Ostsees liegt, wie schon beschrieben, allgemein sehr tief, und teilweise sogar unter dem zukünftigen geplanten Wasserspiegel von 63,5 m (bei Speichernutzung).
Auf über 7 Km gibt es ein Gefälle von nur ca. 2 m. Man kann den Abfluss nur über die Breite, nicht aber über die Tiefe des Entwässerungsbauwerkes realisieren. Ab einer gewissen Wasserkapazität (3m³/s) fließt das Wasser dann rückwärts. Was zu weiteren akuten Vernässungen und Grundwasseranstiegen führen würde. Weiterhin müssten für den Ausbau auf 3 m³ extrem kostenintensive Wasserbauarbeiten realisiert werden.

Aus diesem Grund hat Vattenfall die maximale Ausflussmenge mit 2m³/s beantragt.

In der Diskussion um die Speichernutzung muss auch nachfolgendes betrachtet werden.
Im Lauf der Spree gibt es schon drei große Speicherbecken. Die Talsperre Bautzen, mit einem Speichervolumen von 44,63 Mio m³, das Speicherbecken Lohsa II mit einem Speichervolumen von 98 Mio m³ und die Talsperre Spremberg mit 42,7 Mio m³. Diese drei Speicherbecken, mit einem ausreichenden Zu- und Abfluss, regulieren hervorragend die Wasserführung der Spree im weiteren Unterlauf.

Wozu benötigt man einen weiteren Wasserspeicher mit einer sehr geringen Zu- und Abflussleistung, mit einem nach derzeitigen bekannten Fakten nicht funktionierenden Abfluss?

Das Land Brandenburg soll auf die Option der Speichernutzung des Cottbuser Ostsees verzichten und dies nicht mehr im Planverfahren fordern.

Wir bitten sie, diese Problematik zu prüfen und mit ihren Möglichkeiten als Landtagsabgeordneter auf Entscheidungen des Landes Brandenburg einzuwirken.

Wir stehen Ihnen jederzeit für Informationen und Gespräche zur Verfügung. Vielen Dank für ihre Bemühungen.


Mit freundlichen Grüßen


Die Bürgerinitiative Achtung Ostsee Maust, 28.03.15

 


Wilfried Ott, Vorstand Mario Koetzing, Vorstand

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